Anfang des 4. Monats im 19. Jahr nach Entdeckung
Rachaelistan, Port Rachael, unterirdischer fürstlicher Palast, Kartenraum
Besprechung der militärischen Lage
 
Den Blick nachdenklich auf eine Karte Rachaelistans gesenkt lauscht der Fürst dem
Bericht seines obersten Militärattachés: "Meen Fürst, wir habn Yahals Truppn aufhaltn können. Grade noch so haltn die Phalanxn ne kesselartige Frontlinie um die an Yahal verlorenen Garnisonen drumherum. Dat wären dann die 12te im Westen und die 14te im Osten mita 13ten und dem Riss inna Mitte. Nachschub an Truppen und Material is knapp. Die Yahalis kriegen aber, soweit die Ihmsen-Späher berichten, Verstärkungen ausm Riss. Langfristich gesehn kann der Kessel so nich jehalten werdn.
Bei Astarte ! Dat sieht jarnich jut aus, meen Herr."
 
Nach langer Beratung und vielen unterschiedlichen Erwägungen setzt der Fürst einen Plan fest: "Sendet alle verfügbaren Phalanxen zum westlichen Frontabschnitt und erhöht den Druck auf die 12te Garnison um Yahals Truppen dort zu binden. Verteilt   die   Skavenmilizen   entlang   der   restlichen   Abschnitte   und   gebt   ihnen Anweisung, die Stellungen zu halten. Schickt gleichzeitig zu den Angriffen im Westen Infiltratoren aus östlicher Richtung an der 14ten Garnison vorbei zur 13ten, um dort   Aufklärung   und   Sabotage   zu   betreiben.   Wir   müssen   auf   den   Erfolg   dieses verdeckten Vorstosses aus dem Osten hoffen, denn mit purer militärischer Stärke kommen wir Yahals Truppen nicht bei. Geht nun und tragt den Krieg in die Reihen unseres Feindes. Astarte mit uns !“  
 
Nach der Besprechung eilt der Militärattaché fort, um pflichtbewusst seine
Aufgaben zu erfüllen und Befehle auszugeben. Obwohl er nie an der Richtigkeit der
Anweisungen zweifeln würde, schmerzt ihn der bevorstehende, unvermeidliche Verlust
so vieler Männer bereits jetzt...Mitte des 4. Monats
 
Grenze zu Nevenburg, westlicher Frontabschnitt, kurz vor der 12ten Garnison
Vorstoss eines Phalanxtrupps
 
Die 10 Phalanxen des 18ten Trupps bewegen sich im dämmrigen Licht der untergehenden Sonne langsam und vorsichtig in geschlossener Gefechtsformation durch den dichten Wald. Sichtlich erschöpft vom langen Marsch quälen sie sich vorwärts - längst hatte der kalte Regen ihre Kleidung durchnässt und durch den tiefen Schlamm schienen ihre Stiefel schwerer und schwerer zu werden. Vor Kälte und Angst zitternd lauschen die Männer in das stetige Rauschen des Regens, während sie, ihre Speere kampfbereit erhoben, langsam auf eine kleine Anhöhe vorrücken.
 
Gestern Abend hatte der Gapo des Trupps neue Befehle erhalten und zur 6ten Stunde volle Marschbereitschaft angeordnet. Gerüchte über eine Offensive hatten bei den Phalanxen schnell die Runde gemacht und den Tatendrang der Männer geschürt, die seit Wochen in ihren Stellungen lagen und sich gegen den Ansturm von fanatischen Kultisten, fürchterlichen Kriegern, grässlichen Bestien und verderbten Magiern, die im Namen ihres Gottes Yahal unermüdlich angriffen, erwehrt hatten.
Der heissspornige Wagemut und die Angriffslust der Männer wurde am darauf folgenden   Morgen   jäh   abgekühlt,   als   ein   Tross   kriegsversehrter   Phalanxen   mit blutigen und eitrigen Verbänden, starren Blicken, zuckenden Stümpfen abgerissener Körperteile und anderen garstigen Verletzungen an ihrer Stellung Richtung 11te Garnison vorbeizog und ein nicht enden wollender Regen einsetzte.
Plötzlich zerreisst ein schrilles Gekreische das Rauschen des Regens und der Name Yahals ertönt aus den deformierten Kehlen unzähliger Kultisten, die über die Hügelkuppe stürmen. Nur in weite Roben gehüllt, ihre kurzen Schwerter und Messer schwingend, schmeissen sich die Kultisten ungeachtet ihrer ungeschützen Leiber, mit vom Wahnsinn verformten Gesichtern auf die vorrückenden Phalanxen. Bellend gibt der Gapo Anweisungen, die Phalanxen bilden eine dichte Reihe und stürmen, ihre Speere in die Körper der Kultisten stossend, vor. Schulter an Schulter stechen und hacken sich die Männer durch die ungeschützten, weichen Leiber aus denen spärlich brackiges Blut spritzt.  
Mit einem verzerrten, hämischen Lachen springt plötzlich ein Kultist, der statt einer Waffe einen grossen Stein in den Händen hält, über die erhobenen Speere mitten in die Reihe der Phalanxen. Der Stein birst in einer schrecklichen Explosion, die Kultisten und Phalanxen wie Puppen fortschleudert und zerfetzt.
Dunkelheit und Stille, dann Kälte und Schmerz...aus einem fernen und leisen Rauschen wird ein lautes und aufdringliches Piepen. Langsam schlägt die Phalanx die Augen auf und stellt erstaunt fest noch am Leben zu sein. Um ihn herum, spärlich vom kalten   Sternenlicht   beleuchtet,   über  und   über   verstümmelte   und   zerfetzte   Körper.
Freund und Feind gleichermassen kalt und tot.   
Unendlich langsam und stets nahe am Abgrund der Bewusstlosigkeit kriecht die Phalanx unter den Leichen hervor und schleppt sich fort in die Unheil verheissende Dunkelheit des rachaelistanischen Waldes...     
 
Mitte des 4. Monats
östlicher Frontabschnitt, in der Nähe der 13ten Garnison
Ein Infiltrator im Einsatz

Stück für Stück robbt  der  bis auf  die  Knochen durchnässte Infiltrator über den schlammigen, stinkenden Boden. Jede Deckung und die trügerische Dunkelheit der Nacht ausnutzend, nähert er sich behutsam der 13ten Garnison. Er weiss genau: Entdeckt man ihn bedeutet das im gnädigsten Fall einen schnellen Tod.
Vor vier Tagen war er von der 15ten Garnison aus losgeschickt worden, um das   Gebiet   des   Feindes   zu   infiltrieren.   Er   hatte   die   14te   Garnison   weiträumig umgangen und sich abseits des Weges angepirscht. Seit zwei Tagen verwandelte ein kalter Regen den Boden in  zähen  Schlamm  und  verschluckte  jedes  Geräusch. Im ewigen Rauschen schien ihm der sonst schier vor Leben überquellende Wald leer und verödet. Keine Tiere, keine Bestien, noch nicht einmal Vögel.
Nun   endlich   liegt   die   13te   in   Sichtreichweite   vor   ihm.   Nach   langer, behutsamer   Suche   findet   er   einen   gut   versteckten   Beobachtungsposten.   Dort verharrt er bewegungslos und beobachtet:
In der Mitte des Garnisonshofes schwebt ein vertikaler Riss farbenprächtig pulsierend in der Luft. Im Laufe der Zeit treten-kriechen-wanken immer wieder kleine Gruppen von grotesken Gestalten hindurch - tauchen aus ihm auf oder verschwinden in ihm. Als er mit den Augen einer eintretenden Gruppe folgt und hindurch blickt, wirbeln abrupt   schemenhafte,   abgehackte   Bilder   blitzartig     durcheinander...Schmerz und Übelkeit steigen so unbändig und plötzlich in ihm auf, dass er seine spärliche letzte Mahlzeit erbärmlich vor sich in den Schlamm würgt.
Sich den Mund mit dem Handrücken abwischend, lässt er seinen Blick weiter schweifen: Das Hauptgebäude der Garnison scheint verlassen und mit verrammelten Türen und Fenstern da zu liegen. Verunstaltet mit zahlreichen kranken Runen und abartigen Bannern jagt ihm der Anblick unweigerlich einen weiteren Würgekrampf durch den Körper.  
Mit   zittrigen   Gliedern   und   dem   unguten   Gefühl,   mehr   als   genug   gesehen   zu haben, macht er sich daran den Rückzug anzutreten. Nach wenigen, durch den Schlamm gekrochenen Ellen bemerkt er aus dem Augenwinkel eine überraschende Bewegung nur wenige Schritt neben sich.  
Sofort erstarrt er - lauscht und späht konzentriert, während er langsam seine kurze Klinge aus ihrer Scheide gleiten lässt. Nach und nach schälen sich 3 bedrohliche Schemen aus der Finsternis, die suchend die Gegend durchstöbern.
Zum   Rauschen   des   Regens   und   seinem   eigenen   schnell   und   laut   pochendem Herzschlag gesellt sich aus dem  Nichts  heraus eine  Stimme.  Den Namen  Yahals verkündend, frässt sie sich schrill schreiend in seinen brechenden Verstand. Von schierem Entsetzen erfasst springt der Inflitrator schreiend auf und wird nur   Augenblicke   später   von   einem   schweren   Schlag   zu   Boden   geschleudert. Ein gerüsteter, mit perversen Chaosrunen gezeichneter Krieger tritt lauthals lachend über ihn und bereitet dem Leben des Infiltrators ein schnelles Ende...

Ende des 4. Monats im 19. Jahr nach Entdeckung
Rachaelistan, Port Rachael, unterirdischer fürstlicher Palast, Kartenraum
Besprechung der militärischen Lage

Einmal mehr findet sich der oberste rachaelistanische Militärattache bei seinem Fürsten ein um zu berichten: "Meen Herr, wie ihr befahlt habn Phalanxtrupps immer und immer wieder die 12te Garnison anjegriffn und den Gegner jezwungen, seine dortigen Stellungen im grossen Stil zu verstärkn. Schwere Verluste an Phalanxn. Bei den sonstign Frontabschnittn halten die Skavenmilizen die Stellungen."
 
Hoffnungsvoll fragt der Fürst: "Wie ist die Lage im Osten ? Haben unsere Infiltratoren irgendwelche Ergebnisse erzielt ?"
 
Bedauernd mit dem Kopf schüttelnd antwortet der Militärattaché: "Nee meen Herr...im Osten nix Neuet."

Fotos


.: Bilder :.
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